22 Februar 2015

Blog-Battle #4 - Schwarz

Schwarz als Thema fand ich zu Beginn recht schwierig. Doch nachdem ich eine kleine Mind-Map angefertigt hatte, kam einiges zusammen.
Wikipedia bezeichnet schwarz als unbunte Farbe.

Natürlich denkt man als erstes an Tod und Trauer, wenn man an schwarz denkt. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn man hat es ja nie anders gelernt. Als Kind fragt man seine Eltern "Warum haben die alle schwarze Sachen an?", wenn man Leute von einem Friedhof kommen sieht. Geantwortet wird von den meisten Eltern vermutlich: "Weil die auf einer Beerdigung waren. Da ist jemand gestorben und dann trägt man schwarz, weil man traurig ist." Ahja.
Nun, ich habe kein schwarz getragen, als ich meinem Meerschwein aus Versehen das Rückgrat gebrochen habe. Und auch nicht, als mein Kaninchen gestorben ist. Beim Tod meiner Urgroßtante war ich noch zu klein und bei der Beerdigung meiner Uroma war mein Vater ohne mich hingefahren. 
Man könnte also theoretisch sagen, dass mich meine Eltern immer relativ gut vor dem Thema Tod bewahrt haben und ich so eigentlich nie wirklich schwarz mit Tod und Trauer in Verbindung bringen konnte.
Zumindest, solange ich ein Kind war.
Aber man muss auf einer Beerdigung nicht immer schwarz tragen. Mir wurde von einer Beerdigung erzählt, bei der die Verstorbene vor ihrem Tod gesagt hat: "Wenn ich mal sterbe, sollen meine Freunde alle in weiß zur Beerdigung kommen." Und das taten die Trauernden auch, sogar ihre Mutter.

Wenn ich so an meine Jugend denke, war diese ziemlich schwarz. Die sogenannte schwarze Szene war der Mittelpunkt meines Lebens. Man ist unzufrieden mit dem Leben, keiner versteht einen und man ist der Meinung, in eben dieser Szene Gleichgesinnte zu treffen, die genauso ticken, wie man selbst. Mit depressiver, düsterer Gothic-Musik, schwarzer Kleidung und dem berühmten schwarzen Kajal hebt man sich perfekt vom Rest der Menschheit ab. Man ist anders und man fühlt sich gut dabei. Anfangs.
Man sieht nicht der Norm entsprechend aus und wird von anderen entsprechend behandelt. Die anderen meiden oder verspotten einen und das anfangs noch so tolle anders sein treibt einen zusehends in die Isolation und später in die Depression, wenn man sich in sein Loch zurückzieht und nicht mehr herauskommt. 
Es gibt sicher auch viele Schwarzgesinnte, die sich ritzen oder sonst wie malträtieren oder in psychologischer Behandlung sind, um dem Teufelskreis des Alleinseins zu entschwinden. Darauf jetzt einzugehen, würde aber vermutlich den Rahmen dieses Posts sprengen.

An sich kann man schwarz als zeitlos und neutral betrachten. Nehmen wir beispielsweise das Thema Kleidung. Ich habe immer noch ziemlich viele schwarze Klamotten in meinem Kleiderschrank. Nicht aber, weil ich immer noch so eine schwarze, verlorene Seele bin, die einsam ihren Weg beschreitet. Nein, viel eher hat schwarze Kleidung etwas elegantes. Wer kennt es nicht, das kleine Schwarze, das jede Frau im Schrank haben sollte. Auch die Anzüge der Herren werden bevorzugt in schwarz getragen, weil es elegant, unnahbar und gleichzeitig einfach klassisch ist.
Und durch den Faktor unbunt kann man schwarz einfach zu allem tragen. Man kann schwarz mit den buntesten Farben kombinieren. Ob nun schwarze Schuhe zur blauen Jeans oder ein schwarzes Shirt unter einer farbigen Bluse - völlig egal, schwarz sieht immer gut aus.

Wo findet man noch schwarz? Ach ja, als Hautfarbe. Von der anderen Seite betrachtet finde ich, dass Schwarze gar nicht unbedingt schwarz sind. Vielmehr ist es ein sehr, sehr dunkles braun. Aber zu braun fallen mir wieder ganz andere Assoziationen ein, die nur bedingt mit der Hautfarbe von Schwarzen zu tun haben. Rassismus soll hier und heute nicht unser Thema sein.
Ich mag schwarze Menschen. Die wirken stets total lebensfroh und haben meistens ein Lächeln im Gesicht. Da könnte sich so mancher Europäer eine Scheibe von abschneiden.

Kaffee wird von vielen Leuten gern schwarz getrunken. Obwohl ich der Meinung bin, dass Kaffee braun ist. Das sieht man doch schon, wenn man ihn eingießt. Der ist nicht schwarz, das sieht nur so aus, weil durch eine Tasse kein Licht durchscheint. Aber mein Kaffee ist eh nie schwarz, ich bevorzuge ihn blond und süß.

Als ich jünger war, hasste ich es zu Hochzeiten zu gehen. Tanten und großmütterliche Bekannte kamen zu mir, piekten mich in die Seite, lachten und sagten: "Du bist der Nächste."
Sie haben mit dem Mist aufgehört, als ich anfing, auf Beerdigungen das Gleiche zu machen. 
Ja, schwarzer Humor darf natürlich nicht fehlen. Ob man ihn mag oder nicht, ist immer Sache des eigenen Ermessens. Oftmals werden beim schwarzen Humor Grenzen überschritten, die makaber sind. Aber wenn man das Leben nicht allzu ernst nimmt, kann man auch über diese Art von Humor herzhaft lachen.

Natürlich gibt es noch viele weitere Gebiete in denen schwarz vorkommt, zum Beispiel den schwarzen Gürtel im Judo, Schwarzfahrer, Schwarzarbeiter, Schwarzgeld, Sonnenfinsternis usw. Aber ich möchte nun nicht zu jedem kleinen bisschen meinen Senf ablassen.

Allerdings kann man zusammenfassend sagen, dass schwarz gar nicht so unbunt ist, wie Wikipedia das behauptet. Schwarz ist in allen Sparten des täglichen Lebens zu finden und gehört einfach dazu. Ob man schwarz nun positive oder negative Eigenschaften zuschreibt, ist doch völlig egal. Schwarz ist bunt, keine Widerrede!


Die anderen Teilnehmer:
Lili (setzt diese Runde aus)

Kommentare:

  1. Sehr gut gemacht Mary :)

    Ich war bis heute noch auf keiner Beerdigung oder Hochzeit, seitdem mein Uropa ende der 90er gestorben ist, wo meine Elts mich nicht mitnahmen, hat sich meine Familie gesagt, dass sie einfach leben bleibt :) ... (und geheiratet hat seit 1990 auch keiner mehr)

    Den Witz mag ich :D

    Kriegst von mir eine 1

    Gruß von Schafi :>

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  2. Mir fehlen die Übergänge zwischen den Abschnitten, vielleicht hättest du dich auf 1-2 Aspekte beschränken können. Außerdem wirkt der Abschnitt über deine Jugend sehr verallgemeinernd, vielleicht eher "ich" statt "man" verwenden :)
    Anbsonsten gut geschrieben, 3.

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  3. PS: Bei so vielen Schwarzen Seelen im Blog-Batte komme ich mir als Nicht-Gruftie ganz deplaziert und vereinsamt vor. Sicher, dass Schwarz wirklich so für Einsamkeit und Abgrenzung steht?

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  4. Veto - und mit dem schließe ich mich Pal sogar mal an. Schwarze Szene beinhaltet Einsamkeit und Abgrenzung, aber nicht ausschließlich und definitiv. Daher Punktabzug und 2, setzen ;)

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