02 November 2015

Gespielt wird im K.O.-System

f 2.8 // 1/125s // ISO 100 // 50mm
Ja, was wird denn eigentlich gespielt? Wir spielen das Spiel des Lebens. Jeder von uns, jeden Tag. Jeder auf seine Art, jeder mit seinen eigenen Päckchen. Das Leben ist ein Spiel, in dem man seine eigenen Regeln aufstellt, weil sie einem am besten in den Kragen passen. Leider lässt sich das Spiel nicht ohne Mitspieler spielen. Besagte Mitspieler haben natürlich auch ihre eigenen Regeln, und da meistens unterschiedliche Regeln nicht miteinander kompatibel sind, entstehen oftmals Probleme in der Hard- und Software, die es dann wieder zu fixen gilt.

Okay, das klang jetzt vielleicht etwas nerdy, aber vom Prinzip her ist das Leben wie ein Computerspiel - mit ein paar entscheidenden Unterschieden: Man hat nicht soviele Leben, man kann nicht neustarten und auch der God-Modus weist noch ein paar Lücken auf.

Und was hat das jetzt mit K.O.-System zu tun? 
Vom Prinzip her alles. Im Leben gilt nach wie vor das Recht des Stärkeren: "Es hat Recht, wer lauter redet // Viel zu sagen, wer nicht schweigt // [...] Und wer sich durchsetzt, kommt ans Ziel." Um auf meine Einleitung zurückzukommen, könnte man also sagen, dass einer der Mitspieler die härteren Regeln aufgestellt hat, denen man sich dann oftmals unterwerfen muss. Unterwerfen muss man sich aber auch nur dann, wenn der andere deine Schwächen kennt.

Womit wir an dem Punkt wären, an dem ich auf mein Foto verweisen möchte. Wer würde mir ansehen, dass ich ein äußerst zerbrechlicher Mensch bin, der immer nur alles herunterschluckt und nie seinem Frust Ausdruck verleiht, sondern eher innerlich kaputt geht? Vermutlich eher niemand. Auf dem Foto wirke ich wohl eher kühl, distanziert, unnahbar - vielleicht sogar abweisend. "Unterdrücke deine Tränen, sie verschandeln dein Gesicht // Du kennst zwar deine Schwächen, doch du zeigst sie ihnen nicht // Sie bei anderen zu finden, kann nur zu deinem Vorteil sein // Such den wunden Punkt und bohr den Finger rein."

Zusammenfassend möchte ich eigentlich nur sagen: Man kann eine Person nicht nach ihrer äußeren Erscheinung beurteilen. Die meisten Menschen halten mich für arrogant oder abweisend, weil ich nicht mit ihnen rede. Dabei bin ich keineswegs arrogant, sondern eher menschenscheu. Ich weiß einfach nicht, worüber ich mit ihnen reden sollte.
Am Ende ist es aber immer besser, seine Schwächen zu verstecken und sich den Gegebenheiten anzupassen. Und es könnte doch durchaus eine interessante Spielwendung geben, wenn man sich näher mit den Schwächen anderer auseinandersetzt.

Achja, und ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass ich mich noch immer in einer musikalisch beeinflussbaren Phase befinde, wodurch dieser Post Fahnenflucht-lastig geworden ist. Aber ich mag den Song und fand das Foto wunderbar passend, um beides miteinander zu verbinden.


Kommentare:

  1. Ein wundervoller Post liebe Mary.
    Man merkt das er direkt aus deiner Seele kommt.
    Trau dir ruhig etwas mehr zu - du bist viel stärker als du denkst und kannst deine Regeln auch durchsetzten ohne viel Druck auf die Mitspieler auszuüben ...

    Liebst
    Justine

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  2. Toller Post Mary,regt zum Nachdenken an !
    Liebe Grüße vom Nobby

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  3. Antworten
    1. Danke, das freut mich sehr!
      Ja gut, das stimmt, Augen kann man nicht verstellen. Und ja, vermutlich liegt eine gewisse Traurigkeit darin - aber das ist bei der aktuellen Situation auch nicht verwunderlich.

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  4. Durch den einen Post, Anfang Dezember, bin ich echt bei dir hängengeblieben. Hast eine tolle Schreibe. Lese dich gern.
    Allerdings muss ich dir mit deiner o.g. Selbsteinschätzung widersprechen. Deine Augen kannst du nicht verstellen und eine gewisse Traurigkeit, vielleicht sogar Angst sehe ich da drin.

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