10 November 2015

Useless im Interview

Heute habe ich die große Ehre, euch mein Interview mit Useless zeigen zu dürfen! Useless ist ein Online-Shop, der von Shirts, über Turnbeutel bis hin zu Beanies und Buttons so ziemlich alles anbietet. Dabei ist natürlich alles recht alternativ und punkig, was natürlich genau meinem Geschmack entspricht!

Finden könnt ihr Useless unter http://www.useless-shop.de/ oder bei Facebook. Schaut da also unbedingt mal vorbei, es lohnt sich auf jeden Fall!

1. Erzähl doch bitte zunächst einmal, wer sich hinter Useless verbirgt.

Ich, Rene, dazu ein paar Freunde, die mir hin und wieder unter die Arme greifen.


2. Ich habe gelesen, das Useless ursprünglich ein Fanzine war, erst in gedruckter – später in digitaler Form. Wie entstand die Idee, aus einem Fanzine einen Online-Shop zu machen?

Das Designen von Shirts hat mir schon immer Spaß gemacht. Ich habe hin und wieder für befreundete Bands ein Design gemacht. Irgendwann kam die Idee, mich mit Siebdruck zu beschäftigen. Die ursprüngliche Idee, Shirts in meiner Wohnung zu bedrucken, musste ich jedoch recht schnell verwerfen, da es auf kleinem Raum nahezu unmöglich ist, vernünftigen Siebdruck in einer größeren Auflage zu drucken. Zumal man keine große Lust hat im Nebenraum zu schlafen, wenn man einen kompletten Nachmittag Drucke getrocknet hat und der Gestank in allen Räumen hängt…So habe ich begonnen, mich mit befreundeten Bands abzusprechen und Motive zu entwerfen. Der Druck ist mittlerweile ausgelagert.


3. Wenn der Druck ausgelagert ist, hast du dann noch Einfluss darauf oder liegt das völlig in fremder Hand?

Doch natürlich. Die Vorlagen erstelle ich ja komplett und spreche natürlich alles mit der Druckerei ab. Ich habe sozusagen nur das Handwerkliche, den reinen Siebdruck, abgegeben, Farben, Textilien, Druckgrössen und Vorlagen liegen weiterhin in meiner Hand.


4. Beim Stöbern durch den Shop, findet man viele unterschiedliche Motive. Besonders interessant finde ich die Oma mit ihrem „Fuck the Police“-Tattoo. Woher nimmst du die Inspiration für solche Motive?

Ja gut, die Omma gibt’s wirklich und sie trägt auf ihrem Decoletée tatsächlich ein „Fuck the Police“ Tattoo. Das bietet sich natürlich an, das mal auf eine Tasche zu drucken... Andere Motive/Sprüche entspringen ähm… meiner Kreativität :-D und ich hole mir da in meinem Freundeskreis vorab immer ein Feedback und wir entscheiden meist gemeinsam, ob etwas in Druck geht oder lieber für immer in unserer Gruppe bleibt…


5. Das Designen von Motiven nimmt vermutlich einiges an Zeit in Anspruch. Wie viel Zeit benötigst du im Durchschnitt, um ein Motiv fertig zu bekommen – von der Idee, über die Skizze, bis hin zum fertigen Endresultat?

Haha, wenn man das mal so genau sagen könnte… Manchmal ist eine Idee nach einer Stunde cool, dann muss ich das ganze nur noch in eine druckbare Version bringen, was bei mir auch schon mal etwas länger dauern kann, da ich bei meinen Arbeiten doch oft ziemlich pingelig bin… :-D Dann gibt es andere Motive, die Wochen dauern, weil man sich immer wieder ran setzt und es einfach dauert, bis man zufrieden ist.


6. Könnte man dich also als Perfektionisten bezeichnen, was deine Motive anbelangt?

Ja, das ist leider bei vielen Dingen in meinem Leben so. Das steht mir oft im Weg. Da hängt man manchmal einfach zu viel Zeit an Dingen, die nachher eh niemand sieht, außer ich.


© Victoria van Violence
7. Das Shirt „No Borders No Fences“ ist mir mittlerweile öfter in der Onlinewelt begegnet. Selbst Victoria van Violence hat ein Foto von sich mit dem Shirt gepostet. Bist du stolz darauf, dass dieses Shirt so positiv angenommen wird?

Selbstverständlich. Ich freue mich jedes mal darüber, wenn ich jemanden mit einem meiner Designs auf Konzerten oder auf Fotos im Internet sehe. Generell finde ich es aber positiv, dass immer mehr Menschen sich politisch positionieren, gerade in einer Zeit, wo Pegida, AfD und NPD so auf Erfolgskurs sind. Es ist wichtig, den Nazis und Hetzern nicht die Straße zu überlassen und dazu zählen auch Statements auf Kleidung, auch wenn das nur ein kleiner Beitrag ist, Stellung zu beziehen.


8. Ich gehe mal davon aus, dass du auch deine eigenen Shirts trägst, um ein politisches Statement abzugeben. Wie engagierst du dich noch gegen die aktuell ziemlich gewaltige Nazi-Pest?

Die Motive designe ich schon immer so, dass ich sie tragen würde. Ich trage die Shirts aber "draußen" eher selten. Das liegt aber weniger daran, dass ich mich daran satt gesehen habe, sondern vielmehr daran, dass es irgendwie ein komisches Gefühl ist, seine eigenen Shirts zu tragen. Das ist wie mit Bandshirts, die trägt man ja auch nicht von seiner eigenen Band. Also ich jedenfalls nicht... Dennoch trage ich gerne Shirts mit Statements. Ich engagiere mich, indem ich diverse Veranstaltungen bewerbe, ich lege den Bestellungen Flyer bei, die mir zugesandt werden, bin hin und wieder Mitveranstalter für Solikonzerte/Festivals (das nächste findet im Januar statt), gehe auf Demos oder bringe schonmal Solishirts für unterschiedliche Organisationen und Themen raus. Wir haben z.b. mit Far From Finished ein Peta2 Benefit Shirt gemacht, und von der ersten Auflage der Refugees Welcome Shirts ging ein größerer Betrag an Pro Asyl, mit den Festivals haben wir "Kein Bock auf Nazis", "Laut gegen Nazis" und einen antifaschistischen Konzertveranstalter unterstützt. Im Januar werden wir eine lokale Refugees Organisation unterstützen. Ich will mich aber nicht mit dem ganzen Kram brüsten, möchte damit eher sagen, dass jeder die Möglichkeit hat, Spenden zu sammeln. Veranstaltet Konzerte, macht andere Benefit Aktionen in eurem möglichen Rahmen. Es gibt in jeder Stadt einige gute, unterstützenswerte Projekte für Flüchtlinge oder ähnliches.


9. Wenn man weiter durch den Shop stöbert, fällt einem auf, dass fast alle Models tätowiert sind. Hat das einen bestimmten Grund und wie stehst Du selbst zu Tattoos?

Das musst du die Models selbst fragen. ;-) Die Models im Shop sind in der Regel Freunde. Die werden aber nicht nach der Anzahl der Tattoos ausgesucht und sind deshalb mal mehr mal weniger volltätowiert. Ich selbst stehe total auf Tattoos und tätowierte Menschen und bin deshalb natürlich auch selbst tätowiert.


10. Du warst früher mal Gitarrist. Spielst Du immer noch oder hast du gänzlich aufgehört, Musik zu machen?

Ich spiele immer noch Gitarre, habe momentan aber leider keine richtige Band, aber ein paar Projekte, aus denen vielleicht irgendwann mal was wird. Wenn jemand das Interview liest, der als Sänger taugt, darf er mich gerne anschreiben…Momentan lerne ich etwas, mit einem Bass umzugehen und werde vielleicht bald, wenn alles gut geht, in einer Band aushelfen, die mir sehr am Herzen liegt.


11. Ich danke Dir recht herzlich, dass Du Dir die Zeit für meine Fragen genommen hast. Möchtest Du noch ein paar abschließende Worte sagen?

Sehr gerne. Das einzige, was ich immer sage: Gebt mir Feedback zu Useless und euren Bestellungen. Wenn mal etwas nicht zu eurer Zufriedenheit läuft oder ihr Verbesserungsvorschläge, welcher Art auch immer habt, erzählt´s nicht euren Freunden, sondern mir. Ich löse jedes Problem zu eurer Zufriedenheit. Ich bin nicht Amxzxn oder Zxlxndx und möchte es auch gar nicht sein. 
Und seid laut gegen Pegida und andere besorgte Nazis!

An dieser Stelle nochmal vielen herzlichen Dank an Rene! 
Und wenn ihr jetzt Bock auf Useless bekommen habt, dann kann ich euch den Shop nur wärmstens empfehlen, als schaut rein da! http://www.useless-shop.de/


0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen