01 Dezember 2015

Grenzwertig

Wir stoßen in unserem Leben des öfteren an irgendwelche Grenzen. Oftmals sind es körperliche Grenzen, die uns das Weitermachen erschweren. Beispielsweise können uns Kopfschmerzen darin hindern, einer Sache nachzugehen, die Köpfchen bedarf. Wenn man Kopfschmerzen hat, ist die Möglichkeit nachzudenken, einfach mal gehemmt. Man kann sich auf nichts konzentrieren.
Desweiteren gibt es überall um uns herum Grenzen. Die Grenzen zwischen Landkreisen oder Bundesländern sind denkbar einfach zu überschreiten. Innerhalb der EU braucht man mittlerweile nicht mal mehr ein Ausweisdokument vorzeigen, um Landesgrenzen zu überschreiten.

Doch wie sieht es mit den unbekannten und unsichtbaren Grenzen aus? Was passiert, wenn man unbewusst eine Grenze überschreitet, von der man eigentlich nicht wusste, dass sie solche Ausmaße annehmen kann?

Ja, ich habe für mich den Entschluss gefasst, mein Leben zu verändern. Und dafür muss ich auch so einiges aufgeben. Und da wären wir bei der Grenze, die ich überschritten habe.
Ich habe einfach mal nebenbei erwähnt, dass ich mich gerne an einer Hochschule in Leipzig bewerben würde, um dort Medieninformatik zu studieren. Natürlich hat das meinen Freund aus der Bahn geworfen, weil ich ihn ja nicht einfach mitnehmen könnte. Und man würde sich wohl auch nicht an jedem Wochenende sehen können, weil die Bahnkosten immens wären. 

Doch ist es verwerflich, wenn man aus seinem Leben noch etwas machen möchte? Ich bin Mitte Zwanzig und an dem Punkt angelangt, an dem ich mich frage, ob ich überhaupt schon erwachsen bin. Meine Erkenntnis sagt mir: Nein, ich bin nicht erwachsen.
Aber ich würde es gerne werden. Und wenn man erwachsen werden will, muss man auch mal alte Dinge abschütteln und neu anfangen. Ein Studium wäre für mich die Möglichkeit, den ersten Schritt in die Richtung des Erwachsenwerdens zu gehen. Ich müsste mich selbst um alles kümmern. Da wäre niemand mehr, der mich mit dem Auto zum Einkaufen fährt. Aber das wäre völlig in Ordnung. Abhängig zu sein bringt einen in seiner Entwicklung nicht weiter.

Ich bewege mich also derzeit zwischen verschiedenen Grenzen. Leben oder Lieben? Erwachsen werden oder in Abhängigkeit dahin vegetieren? Etwas studieren, das mir liegt oder eine 0815-Ausbildung, um überhaupt was zu haben?

Derzeit bin ich quasi ein Grenzgänger. Aber: Nein, mein Entschluss steht eigentlich schon fest. Und auch wenn es schwer wird und mir jemand das Leben zur Hölle machen wird, es ist ein Schritt, den ich einfach gehen muss. Ich habe zwei Tage sinnloses Schmollen, Bocken, Schweigen ausgehalten - was soll da noch kommen, außer das man mich vor die Tür setzt?

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