09 Februar 2016

Alte Bilder neu aufleben lassen

f 2 // 1/1000s // ISO 100 // 50mm
Jeder kennt das Problem: Man hat jede Menge Ordner, mit noch mehr Bildern drinnen. Oftmals knipst man mehrere hundert Fotos, wenn man mit der Kamera loszieht. 
Zuhause werden die Fotos dann gesichtet und die schönsten bearbeitet. Gehen wir davon aus, dass von 100 gemachten Fotos vielleicht höchstens 20% wirklich brauchbar sind, ist die Rechnung ziemlich einfach: 20 Bilder bleiben, 80 landen im Papierkorb. Das ist eine beachtlich hohe Zahl.

Ich habe irgendwann angefangen, weniger Fotos zu machen, dafür aber effektiver. Je nachdem, ob ich mit oder ohne Plan losziehe, um Fotos zu machen, kommen im Schnitt 50 Bilder dabei raus. Das mag erstmal nach wenig klingen, ist es aber nicht, wenn mindestens die Hälfte kein Ausschuss ist. 

Bewusster fotografieren kann unglaublich helfen, das Auge bzw den Blick zu trainieren. Wenn ich planlos 20 Fotos von einer Pflanze mache, sind vielleicht 5 davon wirklich brauchbar. Mache ich dagegen bewusst nur 3 Bilder von der gleichen Pflanze, sind mindestens 2 davon brauchbar, vielleicht sogar alle drei. Bei Motiven, die sich nicht bewegen, kann man sich ruhig Zeit lassen und bewusst darüber nachdenken, wie man das Motiv in Szene setzen möchte. Eine Blume rennt einem nicht weg, da pustet höchstens mal der Wind kurz drüber.

f 2.8 // 1/320s // ISO 100 // 50mm
Wenn ich so durch meine Ordner aus dem letzten Jahr stöbere ist da immens viel Ausschuss dabei. Den ich kürzlich auch endgültig entsorgt habe, weil sie wirklich schlecht waren. Aber nicht jeder Ausschuss ist wirklich Ausschuss, wenn man ihn in der Nachbearbeitung noch etwas aufhübschen kann.

Das Bild oben ist eigentlich völlig unscharf, weil ich noch ungeübt mit dem manuellen fokussieren war. Es war eine der ersten Aufnahmen mit dem 50mm. Deswegen hab ich es auch immer aufgehoben, weil ich dachte, vielleicht kann man ja doch noch etwas rausholen. In der Nachbearbeitung mit Lightroom habe ich ein wenig mit den Reglern gespielt und schlussendlich ein Preset benutzt, um dem Foto einen gewissen Look zu geben.

Selbiges ergab sich mit dem Bild rechts. Ich mochte es, wusste aber nicht wirklich, wie ich es gut in Szene setzen könnte. Die Lösung fand sich auch hier wieder in Lightroom anhand von Presets und etwas Vorbehandlung. Das einzige, was mich ewig vor ein Rätsel gestellt hat, wer der möglichst beste Bildausschnitt. Am Ende ist er halbwegs quadratisch geworden, weil so lästige Störelemente verschwanden und nur das Motiv zentral im Blick blieb.

Kurzum kann man also sagen: Nicht jeder Ausschuss ist wirklich Ausschuss. Und lieber Fotos ein paar Monate aufheben und einfach später nochmal an die Bearbeitung setzen, denn da kann das ein oder andere Glanzstück bei rauskommen.

Habt eine schöne Restwoche,

Kommentare:

  1. Das nehme ich mir auch immer vor, klappt bei mir aber nur bedingt, wobei ich mittlerweile bei den "normalen" Bildern auch weniger Ausfälle dabei habe :D Trotzdem fotografiere ich die Sachen immer unglaublich oft und kann mich davon meistens gar nicht losreißen.

    Liebe Grüße

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    1. Ja, kann ich nachvollziehen. Aber Übung macht den Meister :D

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  2. Ich finde das zweite Bild so mega schön ...
    Man sieht wirklich das du immer besser wirst :D Du hast so ziemlich alle Foto Blogger die ich kenne überholt.

    Liebst
    Justine

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    1. Oh, wow, das verschlägt mir echt die Sprache! Danke Dir, Liebes!

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  3. Gut, dass es Digicams gibt. Die alle entwickeln zu lassen, würde ja ein Vermögen kosten ;-)

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