18 Februar 2016

Das Leben ist kein Ponyhof..

f/2.8 // 1/30s // ISO 200 // 50mm
Wobei das hin und wieder im Leben ganz praktisch wäre. Einfach mal alles in den Arsch geblasen kriegen, ohne auch nur irgendetwas dafür tun zu müssen. Oh ja, das wäre es!

Aber solchen Luxus haben wohl die wenigsten von uns. Und die, die ihn genießen dürfen, jammern letzten Endes immer noch herum, obwohl sie doch schon alles haben.

Ich bin nicht gerade wohlsituiert aufgewachsen. Aber ich habe mich über jedes noch so kleine Geschenk gefreut, als wäre es das teuerste der Welt gewesen. Meine Eltern waren nicht unbedingt vermögend und auch wenn es mal eng war: Wir mussten nie Hunger leiden.

Auch wenn der Mensch kein Geld hat, um sich unnötige Sachen zu kaufen, so ist hierzulande doch zumindest gewährleistet, dass man sich mit Nahrung versorgen kann. Sollte man zumindest annehmen. Die Wahrheit sieht oft anders aus.

Ich warte ungefähr seit Dezember auf die Zahlung staatlicher Bezüge. Doch wie so oft im Leben gilt auch hier: Deutschland - Bürokratenstaat. Oftmals scheitert alles am Fehlen irgendwelcher Unterlagen, die das Amt im Grunde nicht einmal zu interessieren haben. Wozu wollen die Herrschaften einen Nachweis meiner KFZ-Haftpflichtversicherung, wenn sie diese sowieso nicht übernehmen? Warum soll ich einen aktuellen Kindergeld-Bescheid vorlegen, wenn ich seit bald einem Jahr kein Kindergeld mehr bekomme?

An solchen und anderen Kleinigkeiten hapert es hierzulande, dass einem Geld gezahlt wird. Ist es denn da verwunderlich, dass man sich auf nicht legalem Weg Geld beschafft, um über die Runden zu kommen? Nein, keineswegs. Denn man sollte keinen Hunger leiden müssen, nur weil die Ämter nicht klar kommen.

Und dann gibt es trotzdem Leute, die sich darüber beklagen, dass alles so teuer ist. Natürlich ist Luxus teuer. Aber wer mehrere tausend Euro auf dem Konto hat, braucht sich in meinen Augen nicht beklagen, dass er kein Geld hat. Wer viel hat, gibt nicht gern. Das ist normal, es könnte schließlich plötzlich nicht mehr so viel sein. Aber eben diese Leute sollten auch mal die andere Seite betrachten, bevor sie rumheulen, dass sie kein Geld haben.

Nicht zu vergessen: Luxusprobleme. Ist es nötig, Geld für etwas auszugeben, das man bereits besitzt? Macht eine neue Tasche das Outfit wirklich soviel besser? Muss ich mir ein teures neues Handy zulegen, weil es gerade neu auf dem Markt und total hip ist? Nein. Meiner Meinung nach nicht. Ich hab noch nie viel besessen und bin unglaublich stolz auf das, was ich mir hart erarbeitet habe. Jahrelanges Warten und Sparen gehören bei mir zur Tagesordnung. Klar, ich könnte bei Mutti oder Omi und Opi betteln, ob sie mir etwas zusteuern. Aber so würde ich für mich mein Ziel unter Wert bekommen, weil ich es mir nicht selbst erarbeitet habe. Es würde sich falsch anfühlen.

Es ist schön, etwas auf der Kante liegen zu haben, kein Frage. Nur hat nicht jeder das Glück, Ersparnisse vorweisen zu können. Und trotzdem müssen diese Leute ihre laufenden Kosten abdecken und werden dabei weder von Mami, Papi oder dem Staat unterstützt.
Wer also das Glück hat, verdienende Eltern zu haben, die einen jeden Monat brav unterstützen, damit das Kind etwas zu essen hat, darf verdammt nochmal die Fresse halten. Euch gehts nicht schlecht, denn ihr habt alles was ihr braucht!

Kommentare:

  1. Du hast ja so Recht ...
    Diese "Ich will alles, dir geb ich nix ab" Mentalität geht mir total gegen den Strich. Menschen die immer alles in den Popo geblasen bekommen, haben gar keinen Sinn für´s teilen und sind damit (oftmals) keine besonders guten Menschen ...
    Ego Schweine mag eben keiner :D

    Liebst
    Justine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ganz Deiner Meinung!
      In der Regel mangelt es bei solchen Leuten an der entsprechenden sozialen Kompetenz.

      Löschen
  2. In letzter Zeit lese ich immer wieder davon, dass immer mehr mit ihrem Geld nicht auskommen und auf den Staat schimpfen. In meinen Augen ist das einfach nur lächerlich. Hier hat jeder viele Chancen sein Leben auf die Kette zu bekommen. Klappt dies nicht, wird allzu gern dem Staat die Schuld in die Schuhe geschoben. An allem sind andere Schuld. Viel zu oft wird versucht die eigene Verantwortung abzugeben, um sich später keine Schuld an der eigenen Situation einzugestehen. Ich kenne dich ja nun auch ein wenig und um deine Situation. Ich kann mich auch noch gut an die Worte von deinem Freund erinnern. Ich sage es mal sehr direkt. Wer kein Bock mehr auf Arbeit hat weil es ihm zu anstrengend ist und man nicht bereit ist unterzuordnen, darf in meinen Augen nicht dem Staat die Schuld geben wenn er mit weit über 20 kein Geld hat. Für mich eh unbegreiflich, dass es dreissigjährige gibt, die noch nie in ihrem Leben gearbeitet haben. Solche Leute dürften auch keine Unterstützung vom Staat bekommen und ja Ämter arbeiten langsam, dass liegt aber meist an sehr vielen Menschen die meinen das Amt arbeitet nur für sie persönlich (wie so mancher dreissigjährige Langzeitarbeitslose).

    Warum ich denke, dass ich durchaus soziale Kompetenz habe, auch ohne andere an meiner Situation teilhaben zu lassen? Weil es der völlig falsche Weg wäre, anderen etwas zu geben, ohne Gegenleistung. Sozial sein, heißt nicht Zeug zu verschenken. Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass dies einem am Ende einfach nicht gedankt wird. Allzu schnell wird man ausgenutzt und andere sehen es auf einmal selbstverständlich an, dass man sie durchfüttert. Sagt man dann was, wird man als Geizhals angegangen. Immerhin kann man sich das ja leisten. Ich habe sehr gute Freunde verloren, weil ich ihnen Geld geliehen habe. Bei Geld hört nämlich wirlich die Freundschaft schnell auf. Das habe ich sehr oft gemerkt. Vor allem wenn diese Leute das nicht zurück zahlen können oder wollen.

    Ehrlich gesagt kotzt mich dieses denken an was Justine da schreibt, da die wenigsten Geld in den Popo geblasen bekommen, sondern meist wirklich dafür arbeiten. Dieses denken höre ich sehr oft aber komischerweise meist von Leuten die selbst nicht arbeiten, oder brotlose Kunst studieren. Das lässt mich dazu kommen das einfach Neid besteht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hui, da hast Du aber ordentlich was missverstanden. Ich habe nicht einmal gejammert, dass ich mit meinem Geld nicht auskomme. Und ich habe auch nicht direkt aufs Amt geschimpft. Ich weiß sehr wohl, dass Amtsmühlen seeehr langsam mahlen und nicht nur für eine Person arbeiten. Mein Problem besteht eher darin, dass sie einem unnötig Druck machen, Unterlagen einzureichen, von denen vorher nie die Rede war. Die würden sich und den Antragstellern ungemein Zeit und Rennerei ersparen, wenn sie vorab eine Liste beilegen würden, wo alles drauf steht, was man zu einem Antrag braucht - und nicht erst, wenn man den Antrag schon abgegeben hat.

      Und der Post bezog sich auch keineswegs auf die arbeitende Bevölkerung - im Gegenteil. Wer für sein Geld arbeitet, macht alles richtig und kann sich das gönnen, was er will. Und muss auch nicht mit Geld um sich schmeißen, um Anerkennung zu bekommen.

      Okay, ich geh momentan vielleicht weder arbeiten, noch studiere ich irgendwas. Aber neidisch bin ich nicht im Geringsten. Klar, wär schön, mal ein paar mehr Kröten im Monat zu haben - aber es geht auch ohne. Dann dauern gewisse Träume bis zu ihrer Erfüllung zwar länger, aber das Freuen darauf ist umso intensiver, weil man ja länger drauf gewartet hat und es so eher zu schätzen weiß.

      Löschen
    2. Ich muss Mary zustimmen - da hast du ordentlich was falsch verstanden.
      Der Post bezog sich eindeutig nicht auf die Menschen, die hart für das was sie haben arbeiten.
      Dennoch verstehe ich dein Argument nicht es wäre nicht unsozial, nichts zu geben da man Gefahr läuft ausgenutzt zu werden. Es ging ja nicht darum sein Geld/Habe wahllos zu verschenken, sondern auch mal an Menschen zu denken die z.B. nicht das Glück eines reichen Elternhauses haben.
      Ein ganz aktuelles Beispiel wäre auch, Flüchtlingsheimen alte Kleidung zu spenden - nur weil man dafür keine Dankeskarte bekommt, bedeutet das ja auch nicht, dass die Hilfe nicht geschätzt wird ;)

      Löschen